Welcher Anlegertyp bist du?

Ein Blogbeitrag von www.benediktbrandl.com

Welcher Anlegertyp bist du? Ich kann es gar nicht genug betonen, wie wichtig es ist, dass man sich im Vorfeld einer Investition Gedanken dazu macht. Mache den Test unter www.benediktbrandl.com/risikoprofil. Ich möchte es euch mit einer kleinen Metapher erklären. Investieren ist vergleichbar mit dem Aufstieg auf einen Berg. Wenn wir auf die Spitze eines wirklich hohen Berges wollen, sagen wir auf 6.000 Höhenmeter, dann müssen wir uns mindestens ein Jahr lang darauf vorbereiten. Sowohl physisch wie mental. Und Wir brauchen einen Plan für jede Widrigkeit die auftreten kann. Wir müssen erstmal mit Leuten sprechen, die uns sagen was die Widrigkeiten überhaupt sein können. Und wenn wir alle diese Informationen haben und exakt wissen was uns da erwartet, dann kann man eine Entscheidung treffen, ob man das auf sich nimmt oder ob man sagt, ok, mir reichen dann vielleicht doch die 3.000 oder 4.000 Höhenmeter. Und wieder andere sagen, ich gehe normal nur in der Ebene und 1.000 Höhenmeter sind für mich schon eine richtige Herausforderung, dann sind für diese Person die 1.000 Höhenmeter das Höchste der Gefühle. Ich kann sie nicht auf eine Reise auf einen 2.000er oder 3.000er schicken. Er/Sie wird scheitern oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr zurückkommen. Es ist genau das Gleiche beim Investieren. Im Jahr 1999 haben sich extrem viele Leute ohne Equipment, ohne Vorbereitung, ohne irgendeine Ahnung was sie da machen auf die Reise zum 8.000 Gipfel gemacht. In Form von Telekom Aktien und neuen Markt. Von einem DAX Investment rede ich gar nicht, das wäre vielleicht ein 2 oder 3.000er im Vergleich gewesen Selbstverständlich sind sie gescheitert. Ich habe euch in der 3. Folge zum Markt Timing schon erzählt, dass die Masse der Anleger dazu tendiert zu kaufen, wenn alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, wenn es schon seit Jahren ohne nennenswerte Rückgänge nach oben geht und wenn keine Wolk am Himmel steht. Und Verkaufen aus emotionellen Gründen, wenn es Stürmt und der Markt heftig korrigiert. Und dann verewigen ihre Verluste, anstatt sie auszusitzen und dabei zu bleiben. Und warum passiert das? Weil sie in etwas investiert haben, was nicht ihrem Anlegertyp entspricht. Sie wurden einfach nicht richtig vorbereitet. Deswegen muss es der aller erste Schritt sein, für sich selbst festzulegen Welcher Anlegertyp bin ich überhaupt? Was ist meine Renditeerwartung und was ist das maximale Risiko ist, das ich bereit bin einzugehen. Kurzer Exkurs: Und wenn ich von Risiko spreche, dann meine ich nur temporäre Wertschwankungen. Man spricht da vom systemischen Risiko. Also das Risiko, das ich trotz breiter Streuung immer noch hab. Wenn ich eine einzelne Aktie kaufe, dann habe ich auch ein unsystemisches Risiko. Z. B. dass ein Produkt floppt, dass das Management schlecht ist, oder dass es die Branche irgendwie erwischt, wie z. b. E.on oder RWE bei der Energiewende. Beim unsystemischen Risiko kann auch ein Totalverlust nicht ausgeschlossen werden. Deswegen machen wir das nicht. Bei einem wissenschaftlich diversifizierten Portfolio interessieren uns deswegen nur die temporären Wertschwankungen, die man aussitzen kann. Auch wenn dies durchaus auch lange Zeit in Anspruch nehmen kann.  Wenn ich dann weiß welcher Anlegertyp ich genau bin Dann kann ich anfangen zu investieren. Und zwar, mit einer Mischung aus Aktien- und Zinsanlagen. Je nachdem ob ich mehr Sicherheits- oder Renditeorientiert bin. Das zeige ich euch aber dann in der nächsten Folge.

Jetzt will ich euch noch eine kleine Anleitung geben, wie ihr euren Anlegertyp herausfindet. In der Beratung mache ich das so: ich schicke vor jedem Interessenten vor dem Erstgespräch einen Risikoprofil-Fragebogen. Der hat kleine hat 10, der große hat 20 Fragen. Und dann weiß ich schon vor der ersten Begegnung genau mit wem ich da sprechen werde. Und kann dann gleich viel schneller mit ihm darauf eingehen was ihm wichtig ist und was zu ihm passt. Dieser Fragebogen ist wahnsinnig genau und wenn beim Investieren dann mal ein schlechtes Jahr kommt, oder zwei schlechte Jahre in Folge, dann kann ich mich zusammen mit dem Anleger auf sein Profil besinnen, daran kann er sich festhalten, und er ist davor bewahrt eine emotionale Entscheidung zu treffen. Die meistens mit Verlusten verbunden wäre. Ich gehe jetzt mit euch sechs Fragen durch und die beantwortet ihr bitte mit einer Zahl von 1 bis 5. Die erste Frage wäre dann gleich das beste Beispiel.

Frage 1: Wie schätzt du dich selbst als Anlegertyp ein? Bist du sehr Vorsichtig? Dann wäre das die 1. Oder bist du sehr Risikobereit? Dann wäre das die 5. Die 3 wäre dann so das Mittelding. Frage 2: Wie gut kannst du es verkraften, wenn finanziell etwas mal anders läuft, als erwartet? 1 „Gar nicht gut“, „kann ich gut verkraften“ wäre dann 5. Die 3. Frage:  Wenn du zwischen mehreren Jobangeboten wählen könntest, welches würdest du nehmen? Wobei bei 1: der Job eine Sehr hohe Arbeitsplatzsicherheit mit keinen oder nur geringen Gehaltssteigerung aufweist. Oder bei 5: du ganz am Anfang bei einem Startup dabei bist und entweder in einem Jahr zum Management gehörst mit entsprechend hohem Gehalt, oder du auf der Straße sitzt. Frage 4: Wie steht es um Dein Vertrauen in dich selbst, dass du bei Fragen rund ums Geld gute Entscheidungen triffst? 1: wenig Vertrauen, 5: vollstes Vertrauen. Frage 5: Angenommen du investierst in ein breit gestreutes, wissenschaftlich fundiertes Portfolio, bei dem man davon ausgehen kann, dass Rückgänge von temporärer Natur sind. Bei welchem Rückgang würdest du nicht mehr gut schlafen können: 1: bei 10 %, 2: bei 20%, Oder bei 50%? Wobei 50% die 5 wäre. Die letzte Frage ist: Wenn du daran denkst, welche Erträge es die letzten 20 Jahre auf einem Sparbuch gab, was wäre dann deine Renditeerwartung bei einem Investment? 1: die gleiche Rendite wie beim Sparbuch? 2: das Doppelte, bis 5: das 5-fache. OK. Beantworte das mal in Ruhe für Dich. Und dann errechnest du mal den Durchschnittswert deiner Antworten. Wobei ein Wert zwischen 1 und 2 sehr Risikoavers wäre, mit hohen Werten an festverzinslichen Wertpapieren und niedrigeren zu erwartenden Renditen. Ein Wert um 3 wäre eine gute Mischung aus Zinsen und Aktien. Und 4-5 Wäre ein hoher bis vollständiger Aktienanteil im Anlageportfolio. Das ist natürlich jetzt nur eine grobe Indikation, aber es hilft dir sicher schon mal eine grobe Richtung festzulegen.

Für Die von euch, die das gerne genau wissen möchten, die können mir eine Email schicken an benedikt@benediktbrandl.com mit dem Stichwort Risikoprofil oder Anlegertyp, oder gehe auf www.benediktbrandl.com/risikoprofil, dann schicke ich Dir einen Zugang zu dem Risikoprofil-Tool, das ich auch meinen Kunden schicke. Dann weißt du exakt welcher Anlegertyp du bist, wo du selbst ein bisschen schwankst und in welchem Korridor die für dich optimale Aktien- und Anleihen-Quote sein sollte. Für die Hörer meines Podcasts ist das natürlich kostenfrei! In der nächsten Folge geht es dann darum wie sich die verschiedenen Portfoliomischung aus Zins- Aktienpapieren verhalten und welche Renditen und Risiken man da erwarten kann! Bis zum nächsten Mal, bis dann!

Beitragbild: Photo by Leio McLaren on Unsplash

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